Wir stellen uns vor - ein Porträt
I.   EINFÜHRUNG

Das vorliegende Konzept des gemeinnützigen Vereins Mensch Umwelt Tier e.V. (M.U.T. e.V.) zeigt die Vereinsstruktur, die Zielbestimmung, die Finanzierungsmöglichkeiten sowie die Erfolge umgesetzter Arbeit auf. Damit wird Interessierten die Gelegenheit gegeben, einen tieferen Einblick in unsere Vereinsarbeit zu erhalten.

Beleuchtet man den Hintergrund der Entwicklung im sozialen Bereich, sind die wirtschaftliche Situation in Deutschland, die demographische Entwicklung der Bevölkerungsstruktur, die Verschiebung der Familienstrukturen, das Bildungsangebot und die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt die entscheidenden Faktoren für den zunehmenden Mangel im Sozialgefüge Deutschlands. Diese Faktoren greifen ineinander über und bestimmen das Potential einer jeden Stadt, Gemeinde oder Region.


1. Hintergründe

Die Zahl der Arbeitslosen und Erwerbsunfähigen in Deutschland stieg in den vergangenen Jahren kontinuierlich an. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander, so dass die finanzielle Armut und die damit oft einhergehenden Probleme wie Alkohol- und Drogenmissbrauch, Gewalt und Obdachlosigkeit drastisch zunehmen. Die Konsequenz: Jeder Mensch schaut zunächst auf die eigenen Bedürfnisse. In Folge erleben immer mehr Kinder und Jugendliche eine wenig kindgerechte Entwicklung, da sie nicht selten ein Opfer von Gewalt und Vernachlässigung werden. Senioren und Menschen mit Behinderung erleben ein oft ausgegrenztes Dasein ohne die notwendige Betreuung und Fürsorge.

Die demographische Entwicklung zeigt, dass Menschen dank der modernen Medizin immer älter werden. Gleichzeitig entschließen sich immer weniger Paare dazu, eine Familie zu gründen. Vor allem diejenigen Frauen, die ein gesichertes Einkommen haben, schrecken vor einer Familiengründung zurück, aus Angst, einen Wiedereinstieg in den Beruf nicht mehr zu erhalten.

In der Konsequenz werden immer mehr Kinder in wirtschaftlich eher schlechter gestellten Familien geboren, oft gepaart mit dem Faktor eines geringeren Bildungsniveaus. Demzufolge gibt es ein Gros an älteren Menschen, die besonderer Fürsorge bedürfen und gleichzeitig eine Jugend, der ebenfalls eine besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden muss.

Die Ergebnisse der Pisa-Studie 2003 und 2004 zeigten, dass das Bildungsniveau in Deutschland im europäischen Vergleich in allen schulischen und universitären Bereichen auf einem verbesserungswürdigen Stand ist. Die Ausbildung der Lehrer ist den Anforderungen der heutigen Zeit nicht immer angepasst. Der Ausländeranteil in Deutschland steigt, damit auch der Anteil ausländischer Schüler, so dass sprachliche Schwierigkeiten neue Hürden an Schulen bilden, die ein soziales Miteinander unter den Mitschülern zusätzlich erschweren. Das Zusammentreffen verschiedener Kulturen und Mentalitäten fordert Lehrer und Ausbilder in noch größerem Maße. Eine oft unzureichende Integration ausländischer Kinder führt zu Ausgrenzungen. Ein mangelndes Verständnis und eine fehlende Toleranz schüren das Aggressionspotential an Schulen, so dass Lehrer oftmals ausschließlich damit beschäftigt sind, für Ruhe und Frieden zu sorgen, statt sich vornehmlich um die Vermittlung des Unterrichtsstoffes kümmern zu können.


1.1. Mangelnde Wertvermittlung

Nicht nur schulische Inhalte geraten dadurch in den Hintergrund, sondern auch die Wertevermittlung und das Erleben der Umwelt. Respekt, Verantwortung und Achtung vor allen Lebewesen und der Natur sind oftmals Werte, die bei Heranwachsenden nur noch am Rande oder gar nicht mehr erlebt werden. Man erhält den Eindruck, dass das Darwinistische Prinzip, das Überleben des Stärkeren, einen neuen Höhepunkt erreicht hat. Das Erleben der Natur bleibt heutzutage oft nur denjenigen vorbehalten, die auch tatsächlich in ländlichen Regionen wohnen. Kinder, die in Großstädten aufwachsen, erhalten nur selten bis gar nicht die Möglichkeit, die Natur mit allen Sinnen zu erleben. Kenntnisse zur Herkunft landwirtschaftlicher Produkte wie Eier und Milch beschränken sich oft auf die Aufzählung der Supermärkte, in denen man diese Produkte kaufen kann. Das Bewusstsein für den Kreislauf des Lebens ist unklar und führt bisweilen zu einer Einstellung, die von Gleichgültigkeit, Egoismus und Materialismus geprägt ist. Betrachtet man sich den Alltag einer Großstadt, so ist dieser meist gepaart mit Hektik, Lärm und hohem Verkehrsaufkommen. Viele Menschen sind ohne Arbeit, der Lebensstandard bewegt sich häufig am Rande des Existenzminimums. Die hohe Anonymität innerhalb einer Großstadt verleitet viele Menschen dazu, ihr soziales Umfeld nicht mehr in dem eigentlich notwendigen Maße wahrzunehmen. Die Hilfsbereitschaft Mitmenschen gegenüber lässt nach, allgemeingültige Werte wie Toleranz, Respekt, Nächstenliebe und Achtung gehen schneller verloren. Die Konsequenz dieses städtischen Lebens ist, dass vor allem die Schwächeren in unserer Gesellschaft, Kinder, Senioren, Menschen mit Behinderungen oder Krankheit zu kurz kommen und schnell zu Opfern des Großstadttreibens werden. Die Kenntnis dieser Problematik und die weitreichenden Auswirkungen einer solchen Entwicklung veranlasste politische Gremien dazu, das soziale Netz zu fördern und auszubauen.
Hilfsmaßnahmen und karitative Einrichtungen wurden ins Leben gerufen oder gefördert, um das Defizit aufzufangen. Die Staatskassen erlauben in der jetzigen Zeit jedoch einen nur noch geringen Anteil einer finanziellen Unterstützung, die für das Überleben einer jeden sozialen Einrichtung erforderlich ist.


1.2. Finanzmisere im Sozialbreich

Die Kassen sind leer. Diesen Satz müssen sich mittlerweile fast auch all diejenigen anhören, die im sozialen Bereich tätig sind. Wo früher staatliche Förderungen eine soziale Einrichtung regelmäßig finanzierten oder maßgeblich unterstützten, stehen viele Institutionen aufgrund drastischer Kürzungsmaßnahmen vor dem Aus oder müssen schließen. Selbst für die notwendigsten Belange wie Strom und Wasser ist oftmals kein Geld da. Zuschüsse für Personalkosten gehen ebenfalls zurück, was eine kontinuierliche und effektive Arbeit erschwert. Diese betriebswirtschaftlichen Ausgaben bilden jedoch den Löwenanteil des monatlich notwendigen Finanzvolumens einer jeden Einrichtung. Gerade in einer Großstadt wie etwa Berlin lässt sich die Entwicklung der sinkenden Fördermaßnahmen deutlich beobachten. In den Jahren 2002-2004 mussten zahlreiche soziale Einrichtungen schließen. Das im Jahr 2003 eingeführte Bundesprogramm "KuQ" (Kompetenz und Qualität) sieht vor, dass pro Bezirk lediglich eine einzige Einrichtung die bezirklichen Förderungen erhält. Die Konsequenz des Bundesprogramms war, das viele Einrichtungen schließen mussten. Gerade in den Großstädten aber ist eine Förderung des Angebots im sozialen Bereich notwendig, da Probleme aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte und der zunehmenden Anonymisierung geballt auftreten.

Es ist deutlich zu beobachten, dass Einrichtungen, die mitten im städtischen Trubel sind und beispielsweise über einen Streichelzoo verfügen, für eine wesentlich entspanntere Atmosphäre sorgen und sogar die Gewaltbereitschaft von sogenannten Randgruppen senken. Leider erhält man bei den Sparmaßnahmen im sozialen Bereich den Eindruck, dass die Konsequenz dieses vermeintlichen Sparkurses letztendlich mehr Kosten verursacht als man zunächst annehmen würde. Es gilt langfristig für die Zukunft zu planen damit aus Kindern auch verantwortungsbewusste Erwachsene werden. Kinder sollen durch den spielerischen Umgang mit der Natur, den Tieren und auch ihrem direkten sozialen Umfeld lernen, die hier vermittelte Werteorientierung in ihr weiteres Leben zu transportieren. Verantwortung, Respekt und Nächstenliebe sollten hierbei Bestandteil einer Charakterbildung werden.


2. Kinder - Träger unserer Zukunft

Unsere Zukunft liegt auf den Schultern unserer Kinder. Wenn an diesem Ende gespart wird, wird uns in Kürze eine Rechnung mit Folgen präsentiert werden. Mangelnde Erziehung und Bildung hinterlässt ihre Spuren dahingehend, dass Jugendliche in ihrer Entwicklung derart gestört aufwachsen, dass ein kriminelles oder aggressives Verhalten die Folge sein kann. Eventuelle spätere Erziehungsmaßnahmen, Therapien oder gar gerichtliche Folgekosten aufgrund von Gesetzeskonflikten liegen in den Kosten weitaus höher als die Kosten, die für ein gesundes Aufwachsen ausgegeben werden müssten. Politische Entscheidungen in Bezug auf Förderung oder Kürzung sozialer Einrichtungen erscheinen daher zuweilen recht kurzsichtig gefasst zu werden. Eine ausbleibende Werteerziehung im Kindes- und Jugendalter hat fatale Folgen nicht nur für die einzelne betroffene Person, sondern darüber hinaus für das gesamte Sozialgefüge und die Umwelt. M.U.T. e.V. unterstützt die Einrichtungen für Kinder und Jugendliche und möchte einer Negativentwicklung damit entgegenwirken.

Insgesamt neun der 26 Projektpartner werden gefördert unter dem Aspekt:

"Freizeitpädagogische Betreuung von Kindern durch Umgang mit Tieren."

- Abenteuerspielplatz Waslala e.V., Berlin
- Kinderbauernhof auf dem Görlitzer e.V., Berlin
- Malchower Grashüpfer e.V., Grundschule im Grünen, Berlin
- Kinderbauernhof Pinke Panke, Berlin
- Drei Eichen e.V., Brandenburg
- Förderverein Naturerlebnispark Gristow e.V., Mecklenburg-Vorpommern
- Dionysiushaus Holsten-Mündrup e.V., Niedersachsen
- Kinderbauerngut Lindenhof e.V., Sachsen

3. Senioren und Menschen mit Behinderungen - oft abgeschoben, statt aufgehoben

Die moderne Medizin ermöglicht das Erreichen eines recht hohen Lebensalters. Das Altwerden innerhalb der eigenen Familie ist jedoch kaum noch möglich, mangelt es meist an der notwendigen Betreuung oder erforderlichen Pflege. Die Berufstätigkeit der einzelnen Familienmitglieder erlaubt es normalerweise nicht, dass etwa Großeltern im Familienverband bleiben. Neben den allgemeinen Alterserscheinungen wie körperliche Eingeschränktheit oder Demenz, ist die verstärkte Einsamkeit das zentrale Problem, das sich Senioren stellt. Mangelnder Kontakt und Aufmerksamkeit lässt viele Senioren geistig verkümmern, was sich wiederum auf die allgemeine gesundheitliche Verfassung auswirkt. Seniorenheime bieten zwar in den meisten Fällen eine Betreuung an, aber eine Lebensfreude hat kaum eine Chance zu wachsen, sind die meisten Pfleger aufgrund hoher Kapazitäten mehr als belastet und können eine individuelle Betreuung zeitlich garnicht leisten.

3.1. Tiere als Medizin ohne Nebenwirkungen

M.U.T. e.V. schlägt Brücken indem Tiere als "Therapeuten" auftreten. Tiere vermögen es, das Eis der Isolation zu brechen, bieten jede Menge Gesprächsstoff und sind immer ein Anlass zur Freude. Ob Tiere im Rahmen eines Streichelzoos innerhalb einer Einrichtung, etwa eines Seniorenheims, leben oder ob gezielt die tiergestützte Therapie zum Einsatz kommt: Es zeigt sich, dass Tiere die beste Medizin ohne Nebenwirkungen sind und die Herzen und Seelen der Menschen öffnen. Erfreulich ist, dass immer mehr Senioreneinrichtungen einer Tierhaltung innerhalb des Hauses zustimmen. Von ca. 600 Senioreneinrichtungen in Berlin beispielsweise, gestatten rund 250 die Haltung eigener Haustiere oder aber bieten im Rahmen einer eigenen Tierhaltung den gesunden Kontakt zu Tieren an. Es ist mittlerweile wissenschaftlich erwiesen, dass der Kontakt zu Tieren die Gesundheit von Senioren positiv beeinflusst. Ein wohl entscheidender Faktor bei diesem Phänomen ist, dass Senioren für kurze Zeit aus der Rolle des Nehmenden schlüpfen, die sie aufgrund ihrer Bedürftigkeit einnehmen. Sie können in dem Bewusstsein, Verantwortung für ein Lebewesen zu tragen, Liebe geben und spüren, dass diese gerne angenommen wird. Demenzkranke Patienten erinnern sich plötzlich an Begebenheiten ihres Lebens, wenn sie Kontakt mit Tieren haben. Der Hund erinnert sie vielleicht an den eigenen Hund aus der Vergangenheit. Patienten, die unter Gicht leiden, öffnen ihre Hände, um das weiche Fell eines Tieres zu fühlen. Senioren, die sich innerhalb einer Einrichtung um ein Tier kümmern, fühlen sich gebraucht und sind mehr in der Gesellschaft integriert. Sie erleben dadurch eine Vorfreude auf bestehende Aufgaben und erhalten durch das Tier, das in Abhängigkeit zu der menschlichen Pflege steht, eine Form der Dankbarkeit, die sich deutlich nach Außen zeigt. Ein Kaninchen mümmelt glücklich die Möhren, die in den Stall gegeben werden und ein Hund läuft schwanzwedelnd auf einen zu.

26 Projektpartner werden gefördert unter dem Aspekt

"Tiere im Dienst des Menschen"

- Fördergemeinschaft Freiburger Tiergehege e.V., Baden Württemberg
- St. Gallus Hilfe für behinderte Menschen gGmbH, Baden Württemberg
- Polizisten helfen - Polizeifreunde München e.V., Bayern
- Tabaluga Kinderstiftung, Bayern
- Albert Schweitzer Stiftung, Berlin
- Björn Schulz Stiftung, Berlin
- Förderverein Mensch und Tier e.V., Berlin
- St. Elisabeth Stift, Berlin
- Therapiehunde Berlin e.V., Berlin
- Jugendhof Brandenburg e.V., Brandenburg
- Mensch und Tier - Verein der tiergestützten Therapie e.V., Brandenburg
- Insel e.V., Mecklenburg-Vorpommern
- Förderverein Koppel e.V., Sachsen-Anhalt

4. Unsere Umwelt - Paradis ohne Zukunft?

Die Natur unserer Welt bietet eine paradiesische Vielfalt, mit der Menschen oftmals gar nicht mehr umgehen können. Die westliche Zivilisation bringt zwar anderen Kulturen gegenüber grundsätzlich einen oft weitaus höheren Respekt entgegen, zeigt sich im Schutz und Verständnis der eigenen Umwelt gegenüber aber eher rudimentär, stehen doch persönliche Interessen wie das eigene berufliche Fortkommen und die Sicherung der wirtschaftlichen Situation meist im Vordergrund. Die sogenannte westliche Zivilisation hat im Zuge des industriellen Fortschritts oftmals verlernt, die meist einfachen Begebenheiten und Wunder der Natur zu erkennen und diese auch zu genießen. Die "berühmte" Blume am Straßenrand wird von vielen Menschen gar nicht mehr wahrgenommen, selten wird mit offenen Augen durch den Wald oder über Wiesen gelaufen. Andererseits ist durchaus eine Entwicklung zu beobachten, dass nach und nach einige Menschen den Umgang mit der Natur bewusst suchen. Reisen in abgelegene Regionen und sogenannte "Survivaltrips" zeigen den ureigenen Wunsch vieler Menschen, Kontakt mit der Natur aufzunehmen. Der Mensch muss aber gleichzeitig dringend lernen, auch Verantwortung für den Schaden an der Umwelt zu übernehmen, den er im Laufe der Zeit angerichtet hat und lernen, wie man weiteren Schäden vorbeugen kann. In Naturschutzeinrichtungen, in denen der gesunde und respektvolle Umgang mit der Natur praktiziert wird, können Menschen lernen, auf welche Dinge sie in ihrem Alltag achten sollten, um schonungsvoll mit ihrer Natur umzugehen. Wenn vor allem Kinder ein Bewusstsein für den richtigen Umgang mit der Umwelt früh erlernen, hat unsere Welt Ausblick auf eine gesündere Zukunft.

Insgesamt drei der 24 Projektpartner werden gefördert unter dem Aspekt

"Kindergerechte Umwelterzeihung" gefördert:

- Fördergemeinschaft Freiburger Tiergehege e.V., Baden Württemberg
- Förderverein Naturschutzstation Malchow e.V., Berlin
- Karuna - Hilfe für suchtgefährdete und suchtkranke Kinder e.V., Berlin