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MUTMACHER 01/ 2008
Ein Eselkind für Pinke Panke
Bruja ist da!

Nachdem im August nach langer, quälender Krankheit keine Aussicht auf Heilung für unser Pony Paule mehr bestand, entschlossen wir uns schweren Herzens, ihn von seinem Leiden erlösen zu lassen (MUTmacher 4/ 2007 berichtete). Das war für uns alle schwer. Am meisten jedoch litt wohl der nun ganz einsame Esel Momo darunter. Sonst immer fröhlich und zu allerlei Späßen aufgelegt, wurde Momo zusehends trauriger und auch böse. Wir mussten also schnell handeln und vor allem die Frage: „Pferd oder Esel?“ klären. Wir kamen zu der Auffassung, dass wir unserem Momo die Chance auf einen Artgenossen als Kameraden geben sollten.
Ein Bericht von Regina Köhler, Kinderbauernhof Pinke Panke

Das war gar nicht so leicht. Weit und breit stand keine Eselstute für ihn bereit. Nach vielem hin und her und Recherchen im Internet, meinten wir die richtige Freundin für unseren impulsiven Momo doch gefunden zu haben: Bruja, ein sanftes, elfenhaftes Eselkind, sollte unseren stürmischen Gesellen vorteilhaft beeinflussen und ihm eine gute Gefährtin werden. Zwei Probleme gab es noch zu lösen: Erstens galt es die Kaufsumme aufzutreiben. Zweitens war der weite Transport ein Problem. Leider riss jemand unsere Spendenbitten für Bruja immer wieder ab, so dass nur wenige Besucher überhaupt davon erfuhren. Wir sprachen also direkt bei den Tierbegegnungen mit den anwesenden Eltern und Besuchern. So gelang es wenigstens einen kleinen Teil der benötigten Summe zu sammeln. Der Rest wurde erst einmal geborgt.

Momo und BrujaDann bauten wir unser Spielmobil eselgerecht um, polsterten es mit Stroh aus, damit die Reise ungefährlich und nicht so anstrengend würde. Am Montag, den 24. September war es dann soweit. Drei Kollegen machten sich auf die lange Fahrt nach Letschin im Oderbruch. Tja, liebe Leute, nun ist die Bruja schon einige Monate bei uns. Aus dem Momo ist ein ganz lieber Esel geworden. Bruja ist ja immer Vorbild, so sanft und vorsichtig ist die Kleine. Momo führt ihr manchmal vor, dass das Leben gar nicht so gefährlich ist, wie sie gerade denkt. Manchmal ist sie nämlich etwas ängstlich: die vielen ungewohnt lauten Geräusche und die Flugzeuge (vom nahen Berliner Flughafen Tegel) beunruhigen sie doch noch. Sie kommt ja vom Lande! Da fühlt sich der Momo gleich stark. Neulich hatte Bruja Angst vor einer raschelnden Plane, da ist der Momo sofort darauf herumspaziert, ganz furchtlos. Bruja hat sich gleich ganz dicht an ihn ran gestellt und seinen Hals beknabbert – ein Zeichen größter Bewunderung!

Und was das Schönste ist: der Momo ist jetzt froh. Endlich versteht jemand seine röchelnden Schreie. Und Sonni und Lisa und die andern Kinder freuen sich neuerdings auf die Arbeit mit den Eseln... Leider drückt uns immer noch die Sache mit dem geborgten Geld. Vielleicht lesen ja viele Leute die M·U·T-Zeitung und diese Eselgeschichte. Vielleicht freuen sich auch einige über Momos Glück und würden uns sogar mit einer Spende unterstützen, um die fehlenden 420 Euro aufzubringen. Jeder kleine Beitrag hilft uns.

Ganz herzlich danken wir den bisherigen Spendern und Herrn Peters für seinen fachmännischen Rat zur Auswahl des Eselchens sowie natürlich auch Angelika Köhler aus Letschin für die wundervolle Bruja.


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