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MUTMACHER 02/ 2007
Neues aus Pankow
Pinke Panke macht Berlin lebendig

Alljährlich fragt die Stiftung „Lebendige Stadt“, was eine Stadt lebendig macht. 2006 richtete die Stiftung diese Frage an Spiel- und Freizeitplätze und 284 Plätze reichten ihre Bewerbungen ein, um als bester Platz ausgezeichnet zu werden. Eine Fachjury unter Vorsitz des Düsseldorfer Architekten Christoph Ingenhoven und eine Kinderjury wählten acht preiswürdige Plätze aus. Einer davon war der Kinderbauernhof Pinke-Panke in Berlin-Pankow.
Ein Bericht von Annett Rose, Leiterin Kinderbauernhof Pinke Panke

Für die Kinderjury war Pinke-Panke klar der Beste, doch bei der Preisverleihung im Dezember im Bremer Rathaus wurde der Georg-Freudenberg-Platz in München mit dem ersten Preis und dem damit verbundenen Preisgeld von 15 000 Euro ausgezeichnet. Die Erwachsenenjury mit Architektenblick hatte sich anders entschieden, aber: „Eine besondere Anerkennung erhielt der Kinderbauernhof „Pinke-Panke“ in Berlin, der bei den geladenen Kindern große Beachtung fand. Pinke Panke macht Berlin lebendigDer Kinderbauernhof besteht seit Mai 1991 und befindet sich auf dem ehemaligen Mauer streifen an der Schnitt stelle zwischen Ost und West. Das Grund-angebot teilt sich in drei wichtige Bereiche: Die Be-treuung und Arbeit mit Tieren, der Hüttenbereich, in dem sich die Kinder mit ein-fachen Materialien eigene Hütten bauen können sowie der Krea-tivbereich, mit den regelmäßigen wir Angeboten wie Holz-, Filz- und Töpfer werkstatt.“ „Preiswürdig“, so die Jury der Stiftung Lebendige Stadt, „waren Spiel- und Freizeitplätze, die besonders kreative und innovative Lösungen bieten – bei der Gestaltung ebenso wie bei der Betriebsform. Alexander Otto, Kurator iumsvorsitzender der Stiftung „Lebendige Stadt“: „Ein zentraler Aspekt war dabei die Finanzierbarkeit für Kommunen, denn die Projekte sollen nicht nur außergewöhnlich sein, sondern als Best-practice-Beispiele auch zur Nachahmung anregen.“
In seiner Laudatio für Pinke-Panke berichtete Alexander Otto nicht ohne Schmunzeln von den Bemühungen der Kinderjury, ihren Favoriten Pinke-Panke auf den ersten Platz zu heben. Natürlich hatte es ihnen vor allem der Tierbereich angetan, die Möglichkeit, als Stadtkinder Tiere so nah, intensiv und ohne Eintritt (fast) jederzeit sehen und erleben zu können. Aber richtig: Kinderbauernhöfe sind nicht neu und unsere Architektur – ganz bewusst traditioneller Fachwerkbau– ist es auch nicht.
Deshalb verstehen wir den Preis für uns auch als ein Stück Anerkennung für die Arbeit von Kinderbauernhöfen, Aktivspielplätzen oder Abenteuerspielplätzen als pädagogisch betreuten Spielplätzen. Derart gelobt, aber ohne Preisgeld, lud Pinke-Panke seine Freunde und Förderer Fachleute und Projektpartner im Februar zu einem Empfang auf den preisgekrönten Platz ein. Im Spielhaus, das in den letzten Jahren nach den Möglichkeiten des Vereins Spielraum Pankow und den dafür eingehenden Spenden entstand, wurde die Entwicklung des Platzes in den letzten 15 Jahren vom Mauersteifen zur Kinderoase nachgezeichnet. Ähnlich einem echten Bauernhof entstanden nach und nach die Ställe und Werkstätten, alle in traditioneller Fachwerk-Lehmbauweise. Auch das Spielhaus, das größte Gebäude auf dem Platz ist ein Fachwerkgebäude. In der Region der größte derartige Neubau in den letzten 80 Jahren. Doch auch, wenn das Fachwerk steht und die Lehmarbeiten weitgehend abgeschlossen sind, fehlen noch die unsichtbaren und trotzdem teuersten Teile des Hauses: Gas-, Wasser-, und Elektroanschlüsse und -leitungen.

Die Gäste des Empfangs, unter ihnen die Staatssekretärin für Stadtentwicklung, Hella Dunger-Löper, die auch Mitglied im Stiftungsrat „Lebendige Stadt“ ist, die Pankower Bezirksstadträte Frau Keil (Jugend) und Herr Kirchner (Ordnungsfragen), Mitglieder des Abgeordnetenhauses und der Bezirksverordnetenversammlung, konnten sich ein Bild davon machen, wie der Platz auf dem ehemaligen Mauerstreifen sich Jahr um Jahr entwickelte und seinen Besuchern heute vielfältigste Möglichkeiten zum Spielen, Werken, Feiern und Entspannen bietet. Doch nicht nur über die Besuche der Offiziellen konnten wir uns sehr freuen, sondern auch über die Teilnahme von langjährigen Mitstreitern, Förderern und Vertreter/innen verschiedener Kooperationspartner. Mit dem Empfang im Dachgeschoss des Spielhauses wollten wir ihnen auch DANKE sagen. Danke, für ihren Beitrag zur Entwicklung des Platzes und damit letztendlich zu unserem Preis. Bei den über vierzig Gästen können wir an dieser Stelle unmöglich alle Aktiven aufzählen, aber getrost festhalten, dass auch einige der emsigen M·U·Tmacher sich die Zeit haben nehmen können, mit uns zu feiern und so zu erleben, dass sich ihre Arbeit lohnt.

Buntes TreibenEine kleine Füh rung über den Platz, ein Pup-penspiel von Kindern zum Hausbau der kleinen Schweinchen und ein buntes, sehr leckeres Büffet ließen den Abend wie im Fluge ver-gehen. Eine kleine Anspra-che nutzten wir, um auf unsere drängendsten Probleme hinzuweisen und um Hilfe zu bitten – für einen Abwasseranschluss, für vernünftige Toiletten und insgesamt für die Ermöglichung, dass Spielhaus (endlich) fertig stellen zu können. Nicht mit allen konnten wir uns ausführlich genug austauschen aber es war genug Zeit, um Pläne zu schmieden, Ideen zu entwickeln und Träume zu haben. Und das eine oder andere Gehörte, lässt uns optimistisch in die nächste Zukunft blicken ... doch davon vielleicht im nächsten Heft.


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