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MUTMACHER 02/ 2008
Für die Kinder der Stadt
Unsere MUTTIS

Einige der Mitarbeiterinnen für die Öffentlichkeitsarbeit von Mensch·Umwelt·Tier e.V. sind mittlerweile Mutter geworden und arbeiten dennoch weiter für M·U·T e.V.. Nun erleben Sie ganz persönlich, was es heißt, ein Kind in der Stadt, in diesem Fall in der größten Stadt Deutschlands, groß zu ziehen. Berlin hat mittlerweile rund 3,4 Millionen Einwohner, die sich innerhalb dieses Stadtstaates auf insgesamt zwölf Bezirke verteilen. Die Hauptstadt hat sich zu einer Metropole entwickelt und ist für viele Touristen jedes Jahr ein beliebter Anlaufpunkt.
Ein Bericht von Alexandra Diezemann, Pressesprecherin M·U·T e.V.

Doch was ist mit den Familien in dieser Stadt? Erleben sie ein kindgerechtes Umfeld? Ist etwas dran, wenn gesagt wird, in der Stadt „stinkt“ es und es ein zu kleines Angebot für die kleinen Bewohner gibt? M·U·T unterstützt 24 Einrichtungen bundesweit, elf davon sind direkt in Berlin. Ob Kinderbauernhof oder Abenteuerspielplatz, ob therapeutisches Reiten oder Präventionsarbeit in der Jugendkriminalität – das Spektrum ist weit und dennoch nicht groß genug. Von drohenden Kürzungen betroffen, blicken einige der Projektpartner von M·U·T in eine ungewisse Zukunft. Keiner kann sagen, ob man von der nächsten Kürzungswelle seitens der Stadt betroffen sein und noch mehr Hilfe von Außen benötigen wird. Aber sie alle kämpfen für ihr Fortbestehen und bleiben dennoch optimistisch gestimmt. Die Besucher dieser Einrichtungen erfreuen sich an dem vielfältigen Angebot und eine großzügige Unterstützung seitens vieler Gäste ermöglicht so manches Zusatzprojekt. Dank der großartigen Unterstützung durch die Mitglieder von M·U·T e.V. ist es unserem Verein möglich, für diese Einrichtungen ein verlässlicher Partner zu sein.
Gerne möchten wir aber zu diesem Thema unsere „Muttis“ zu Wort kommen lassen. Denn sie kennen nun die Tücken des elterlichen Alltags, verbunden mit der Frage „was kann ich meinem Kind in einer Großstadt anbieten?“ Sie kennen auch die finanziellen Schwierigkeiten der vielen sozialen Einrichtungen und sie kennen die Öffentlichkeitsarbeit von M·U·T e.V. Täglich klären sie viele Menschen über die sozialen Probleme auf, die so eine große Stadt für seine Bewohner bereit hält und bieten aber gleichzeitig Lösungen an, wie gemeinsam die Gesamtsituation für Groß und Klein verbessert werden kann.

KATLEEN HAEFELE, 24 JAHRE, MUTTER VON FELIX

Katleen mit FelixHallo! Mein Name ist Katleen Haefele. Einige von Ihnen kennen mich vielleicht noch von früher. Nach fast zwei Jahren Babypause bin ich nun wieder als M·U·Tmacherin an unseren Infoständen anzutreffen. Mein Sohn Felix ist mittlerweile 1,5 Jahre und ist gerade dabei die Welt zu erleben, zu entdecken und zu erforschen, was mir als Mama große Freude bereitet, weil auch ich die Welt aus Kinderaugen sehen darf. Durch meinen Sohn wird mir jeden Tag aufs Neue bewusst, wie wichtig für Kinder ein unbeschwerter Umgang mit der Natur, Tieren und vor allem, anderen Kindern ist. Deshalb nutzen wir die Kinderbauernhöfe regelmäßig. Durch die Kinderbauernhöfe haben wir die Möglichkeit, inmitten einer Großstadt, die Natur zu erleben. Für ein paar Stunden Urlaub und das direkt vor unserer Haustür – das Blöcken der Ziegen statt Verkehrslärm, Tiergeruch statt Autoabgase, Entspannung statt Großstadthektik. Das kann auch für uns als Eltern sehr erholsam sein, einfach mal den Alltag hinter sich zu lassen. Felix freut sich natürlich immer ganz besonders, die Tiere live zu erleben. Zu Hause kann er stundenlang Tierbücher studieren und hat riesige Freude dabei, neue Tierlaute zu imitieren und zu erlernen, aber diese direkt beobachten zu können, lässt seine kleinen Kinderaugen noch mehr strahlen.

Immer mehr lese ich über frühkindliche Förderung durch Englischkurse, Kinder turnen, Kinderyoga etc., und so sollte ich als „moderne Mami“ mit „modernem Kind“ am besten an drei Nachmittagen die Woche einen Kurs für mein Kind belegen? Aber brauchen das Kinder wirklich? Werden Kinder damit nicht hoffnungslos überfordert? Ich bin der Überzeugung, dass unsere Kleinen solche Frühforderungsprogramme nicht brauchen. Aber sie brauchen einen liebevollen Umgang, ein offenes Ohr und Zeit – Zeit um die Welt gezeigt und erklärt zu bekommen. Kinder brauchen die Natur – welch' Freude doch eine Pfütze oder eine Pusteblume in einem Kind auslösen kann, einen Spielplatz zum toben und vielleicht noch ein paar Tiere. Dafür sind Kinderbauernhöfe doch der ideale Platz. Kinder lernen spielerisch Verantwortung für Natur und Tier zu übernehmen, und ganz nebenbei sind sie dadurch auch noch an der frischen Luft.

Leider wird an diesen Stellen gespart und der Geldhahn immer mehr zugedreht. Kinder können sich nicht selber für den Erhalt solcher Projekte einsetzen, deshalb ist es ja so wichtig, dass wir als Erwachsene diese Aufgabe übernehmen, damit die Kinderbauernhöfe weiterhin bestehen bleiben. Vielen Dank an dieser Stelle für Ihre Unterstützung!

SUSANNE ARNOLD, 24 JAHRE, MUTTER VON MAX

Suse mit MaxMeine Name ist Susanne Arnold und ich bin Mitarbeiterin im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit von M·U·T e.V. Ich schreibe diesen Artikel, weil ich zeigen möchte, wie wichtig Kinderprojekte in der Großstadt sind. Kinder wollen beschäftigt werden, sie möchten Spaß haben, alles entdecken und ausprobieren. Als Mami sehe und höre ich es jeden Tag. Mein Sohn Max ist jetzt zwei Jahre alt und er ist ein großer Entdecker und Tierfreund. Oft erzählt er mir, dass er auch einen Hund, einen Vogel oder sogar ein Pferd haben möchte. Doch leider besteht in unserer kleinen Wohnung nicht die Möglichkeit, Tiere zu halten. Aus diesem Grund sind wir so oft wie möglich unterwegs, und dass nicht nur, um zu zeigen, wie groß und aufregend die Welt ist, sondern auch, damit er die verschiedenen Tierarten sehen, fühlen und kennen lernen kann. Die beste Möglichkeit, einem kleinen zweijährigen Jungen eine Freude zu machen, ist es zum Beispiel, auf einen Kinderbauernhof zu gehen. Schon am Abend ist die Aufregung groß, wenn ich ihm erzähle, was wir am nächsten Tag vorhaben. Kaum hat Max die Augen am Morgen aufgemacht, möchte er sich anziehen und los gehen. Man braucht dann schon ein wenig Überzeugungskraft, um ihm zu erklären, dass wir erst noch Frühstücken müssen.
Endlich im Kinderbauernhof Pinke Panke in Berlin-Pankow angekommen, gibt es für Max kein Halten mehr. Am liebsten würde er alles auf einmal machen. Jedes Spielzeug wird angefasst und ausprobiert, die Feuerstelle wird auch genau studiert und dann kommen die Tiere dran. Jedes Tiergeräusch wird nachgemacht und vor allem das Anfassen der Tiere ist für ihn das Größte. Es ist schon toll, wie viel ein Kind in solchen Projekten sehen und entdecken kann. Max überschlägt sich immer fast beim Reden, wenn wir uns am Abend noch einmal über das Erlebte unterhalten. Auch das soziale Verhältnis wird auf Kinderbauernhöfen sehr gefördert, da es eine Menge anderer Kinder zum Spielen und Teilen gibt. Doch leider gibt es immer weniger von diesen schönen Projekten. Gerade in Großstädten wie Berlin weiß man nicht so recht, wo man am besten mit den Kleinsten hingehen kann, da immer mehr Einrichtungen geschlossen werden. Das Schlimmste ist, dass unsere Kinder darunter leiden. Es gibt kaum noch richtige Beschäftigungsmöglich keiten. Statt Spaß, Spiel und geistige Förderung entsteht nur immer mehr Langeweile. Es ist einfach wichtig, dass Kinder die Möglichkeit haben, ihre Fähigkeiten durch Hobbys zu entdecken. Ob dies im kreativen, handwerklichen oder tierischen Bereich ist.

Aus diesem Grund möchte ich einen großen Dank an alle Mitglieder und an das gesamte M·U·T-Team aussprechen, denn ihr alle macht es möglich, Kinderprojekte zu retten und zu erhalten. Und ich glaube, dass es euch mit jedem lächelnden Kind gedankt wird. Eltern bzw. Familien, die schon einmal bei einem Projektpartner von M·U·T e.V. gewesen sind, wissen wovon ich spreche und was ich meine. Fest steht, dass wir nur gemeinsam dafür kämpfen können, damit solche Einrichtungen für unsere Kinder bestehen bleiben.

SANDY MILKAU, 29 JAHRE, MUTTER VON MAX

Sandy mit MaxSeit dem 15. Oktober 2003 arbeite ich für den Verein Mensch·Umwelt·Tier e.V.. In dieser Zeit habe ich gemerkt, dass das Zusammenspiel zwischen Mensch, Natur und Tier sehr wichtig ist. Auf den Kinderbauernhöfen in Berlin lernen die Kinder den richtigen Umgang mit den Tieren. Für die älteren Menschen gibt es in den Pflegeund Altenheimen Streichelzoos. Und was ich ganz wichtig und super finde, ist unser Streichelzoo im Kinderhospiz „Sonnenhof“. Wenn ich das Lächeln der kranken Kinder sehe, bekomme ich richtig Gänsehaut.

Am 24. August 2007 kam mein Sohn Max auf die Welt. Er ist mit seinen neun Monaten echt süß und er wächst auch mit Tieren auf. Wir haben drei Hasen, vier Katzen, zwei Chinchillas und einen Hund. Meine Katze Susi hat es Max richtig angetan. Er versucht, Susi immer zu streicheln und fängt dabei herzhaft an zu lachen. Und wenn wir im Garten sind, beobachtet er immer die Hasen. Ich freue mich jetzt schon auf unseren ersten richtigen Ausflug zu einem Kinderbauernhof. Dort kann er sich dann richtig austoben und auf Erkundungstour gehen. Mal sehen, wie Max auf die Esel Lotti und Darwin im Streichelzoo reagiert.

INKEN HÖHNE, 37 JAHRE, MUTTER VON JAN

Inken mit JanIch arbeite seit dem Jahr 2000 für den Verein M·U·T. Ich liebe alle Projekte, die M·U·T unterstützt. Mein Sohn Jan ist zwei Jahre alt und liebt Tiere über alles. Jetzt lernt er gerade, wie man Tiere richtig anfasst und vorsichtig streichelt. Er möchte mit allen Tieren kuscheln. Seine Lieblingstiere sind Esel. Lotti und Darwin hat er schon geknuddelt, gestreichelt und geritten. Er fängt an zu protestieren, wenn wir die Tiere wieder verlassen. Ich bin der Meinung, dass es für alle Kinder wichtig ist, die Umwelt mit ihren Tieren und Pflanzen richtig kennen zu lernen. Auf den Kinderbauerhöfen haben die Kinder die Chance dazu und deswegen halte ich es für absolut wichtig, solche Projekte zu unterstützen.

Auf diesem Weg möchten wir uns, liebe M·U·T-Mitglieder, für eure finanzielle Unterstützung und euer persönliches Engagement bedanken. Auch ein dickes Dankeschön an unsere Kollegen bei M·U·T, die bei Wind und Wetter immer wieder nette Menschen finden, die unsere Projekte unterstützen.


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