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MUTMACHER 03/ 2007
Rettet das Pferdeprojekt in Dahlem!
Solidaritätsbesuch

Am Montag, dem 7. Mai 2007 um 9 Uhr trafen sich Karl-Georg Wellmann, Mitglied des Deutschen Bundestags, David Eckel, Bezirksverordneter in Berlin-Zehlendorf, Anja Kraft, Vorstandsmitglied des Pferdeprojekts bei „Mensch und Tier e.V.“ und ich als Presse sprecherin von M·U·T e.V. zu einem Solidaritätsbesuch und gemeinsamen Gespräch im Pferdeprojekt des Fördervereins und Projektpartner von M·U·T, „Mensch und Tier e.V.“, im Bezirk Berlin-Zehlendorf. Seit 1985 ist das Pferdeprojekt des gemeinnützigen Vereins „Mensch und Tier e.V.“ auf dem Gelände der Domäne Dahlem in Berlin- Zehlendorf ansässig und führt erfolgreich Therapien mit und am Pferd durch. Das Gelände der Domäne sollte nun zum Sommer 2007 geräumt werden ...
Ein Bericht von Alexandra Diezemann, Pressesprecherin M·U·T e.V.

Als das Pferdeprojekt im Jahr 1985 gegründet wurde, war dieses ein Bestandteil des Fachbereichs Psychologie der Freien Universität Berlin. Das Gelände wurde zu diesem Zeitpunkt durch die Wissenschaftsverwaltung betreut. Bald wurde das Projekt durch den Verein „Mensch und Tier e.V.“ begleitet. Innerhalb des Verwaltungsapparates wurde das Gelände aber dann aus dem Bereich der Wissenschaft heraus genommen und 1994 dem Bereich Kultur zugeordnet. Problematisch, da nun eine mögliche Inanspruchnahme für kulturelle Zwecke wie ein Damoklesschwert über dem Projekt hing. Noch konkreter wurde dies im Jahr 2004, als die Immobilie komplett dem Fachvermögen Kultur übergeben wurde. Rechtsträger hierbei war nun die „Stiftung Stadtmuseum“. Das Gelände selbst zählt zum Landesvermögen und gehört der Kulturverwaltung des Landes Berlin. Die grundsätzliche Zuweisung des Grundstücks steht nun an, welches eben auf dem Gelände der Freien Universität Berlin, zugleich auf dem Gelände der Domäne Dahlem liegt, die nun auch eine Stiftung gegründet hat und die Stiftung Stadtmuseum als künftiger Nachnutzer vorgesehen ist. Die Situation ist recht verzwickt.

Was passiert aber, wenn das Pferdeprojekt das Gelände wirklich räumen muss? „Zahlreiche Kinder, psychisch labil oder körperlich und/ oder geistig behindert, müssten künftig auf die effektive Therapie mit den Pferden verzichten“, so Anja Kraft vom Vereinsvorstand Mensch und Tier e.V. „Die Reittherapie und der Umgang mit Pferden fördert das Selbstvertrauen und verbessert den Bewegungsapparat der KlientInnen. Seit vielen Jahren haben die KlientInnen hier die Gelegenheit, dieses Angebot wahrzunehmen.“ Wenn das Pferdeprojekt umziehen müsste, käme das einem Aus gleich. Denn es ist beinahe unmöglich, ein Ersatzgelände zu finden, geschweige denn eines, welches eine gute Erreichbarkeit für die KlientInnen bietet, Platz für sechs Pferde, die eine Offenstallhaltung gewöhnt sind und das Ganze dann auch noch zu einem möglichst günstigen Preis.

Angesichts einer zunehmend kinderunfreundlich werdenden Atmosphäre in Berlin, steht es dem in der Stadt angesehenen Bezirk Zehlendorf nicht gut, Einschnitte auf Kosten von Kindern zu tolerieren. Mensch-Umwelt-Tier e.V. unterstützt das Pferdeprojekt seit fünf Jahren und wir sind begeistert und überzeugt von den Erfolgen, die sich durch eine Therapie mit den Pferden bei den Kindern und jungen Erwachsenen abzeichnet. Traurig genug ist es, dass die Krankenkassen in fast allen Fällen keine Kosten übernehmen oder einen Zuschuss an die Betroffenen zahlen. Um so bedauerlicher ist, dass die positiven Ergebnisse der Therapie bei den Entscheidungsträgern der Stadt offenbar hinten anstehen.

Unterstützung findet sich glück licherweise derzeit im Bezirksver-
ordneten David Eckel, der, gemeinsam mit dem Bezirksbürger-
meister Norbert Kopp und dem Steglitz-Zehlendorfer Bundestags-
abgeordneten Karl-Georg Well-
mann, als politischer Initiator die Rettung des Pferdeprojekts ganz engagiert zur Chefsache gemacht hat. Der am 21. März eingebrachte Dringlichkeitsantrag bei der Bezirksverordnetenversammlung wurde (bei Enthaltung der SPD-Fraktion) einstimmig angenommen. In der Hoffnung auf Unterstützung durch das Bezirksamt fand dieser Solidaritätsbesuch im Mai statt, so dass eine für alle Beteiligten gute Lösung für das Projekt gefunden werden kann. Das Ergebnis war, dass zumindest eine Fristverlängerung bis Ende 2007 erwirkt werden konnte. Es bleibt nun nach wie vor abzuwarten, wie die Entscheidung des Senats für das Jahr 2008 ausfallen wird...


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