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MUTMACHER 04/ 2007
Björn Schulz Stiftung, Berlin
Gründung Bundesstiftung Kinderhospiz

Am 27. September 2007 gründete sich die Bundesstiftung Kinderhospiz. Anlässlich der Stiftungsgründung hat Bundes präsident Dr. Horst Köhler 50 000 Euro zugesprochen. Schirmherrin der Stiftung ist die Bestsellerautorin Tanja Kinkel. Gäste des Gründungsaktes im Hotel Courtyard by Marriott Berlin waren u.a. Staatsekretärin Marion Caspers- Merk (BMG), die Fernsehmoderatorin Sandra Maischberger und der Palliativmediziner Prof. Dr. med. Stein Husebø (Norwegen). An der Pressekonferenz nahmen die Stiftungsvorstände, ein Vertreter des Stiftungsrates sowie Dipl. Psych. Dr. Christian Loffing, Projektleiter Forschungsprojekt Kinderhospizarbeit (Steinbeis-Hochschule, FBA, Berlin), teil.
Aus der Björn Schulz Stiftung, Berlin

Die Finanzierung der Kinderhospizarbeit in Deutschland ist nur weniger als zur Hälfte durch öffentliche Mittel gedeckt. Leider müssen diese (eigentlich so selbstverständlichen) Mitglieder des Stiftungsvorstandes und -rates mit der Stiftungsurkunde: (v.l.n.r.) Peer Gent, Sabine Kraft, Jürgen Schulz, Verena Hölken Entlastungs-, Begleitungs- und Unterstützungsangebote für lebensbegrenzt erkrank-
te Kinder, Jugendliche und deren Angehörige überwie-
gend durch Spenden zusam-
men getragen werden. Die Forschung auf diesem Gebiet ist noch sehr lückenhaft. Die Bundesstiftung Kinderhospiz hat es sich zur Aufgabe gemacht, für eine verbes-
serte finanzielle Situation der Kinderhospize und Kinderhospizdienste einzutreten und eine flächendeckende, aber auch bedarfsgerechte Versorgung von Betroffenen umzusetzen. Die Stiftung sammelt Spenden und gibt diese zu 100 Prozent an Kinderhospize und Kinderhospizdienste weiter. Aufgaben der Bundesstiftung sind die Vernetzung der Arbeit und die Förderung von Kinderhospizdiensten und Kinderhospizen, die Sicherung des Rechts auf Palliative Versorgung für Kinder und Jugendliche sowie die Förderung praxisnaher Forschungsarbeit, um die Situation Betroffener zu verbessern. Auch Betroffene sollen direkt Hilfe anfordern können. Die Bundesstiftung Kinderhospiz geht aus dem Bundesverband Kinderhospiz e.V. hervor, welcher die Dachorganisation der Kinderhospize und der Kinderhospizdienste in Deutschland ist.

Bundesstiftung KinderhospizAmbulante Kinderhospizdienste und stationäre Kinderhospize Ambulante Kinderhospizdienste und stationäre Kinderhospize beginnen ihre Arbeit ab der Diagnose „lebensbegrenzt erkrankt“. Sie unterstützen, begleiten und entlasten betroffene Kinder und Jugendliche sowie ihre Angehörigen. Ambulante Kinderhospizdienste helfen Betroffenen und deren Familien in ihrer gewohnten Umgebung, die Zeit hoher Belastung besser zu bewältigen. Koordinationskräfte klären zusammen mit der Familie in häuslicher Umgebung die Situation und finden so Möglichkeiten zur Unterstützung und Entlastung. Qualifizierte Ehrenamtliche begleiten die Familie auf ihrem schwierigen Weg. In den stationären Kinderhospizen werden betroffene Kinder, Jugendliche und ihre Angehörigen begleitet, gepflegt und entlastet. Die Kinderhospize bieten professionelle Pflege, palliativmedizinische Versorgung, psychosoziale und seelsorgerliche Begleitung ebenso wie pädagogische Arbeit mit den Geschwisterkindern. Einige Kinderhospize haben spezielle Abschiedsräume und somit die Möglichkeit, das verstorbene Kind aufzubahren und sich in Ruhe von ihm zu verabschieden. Das Kinderhospiz ist ein Ort ganzheitlicher Begleitung. Deutsche Kinderhospize bieten derzeit 71 Betreuungsplätze an.



Sterben von Kindern ist noch immer ein Tabuthema, ein Thema mit Berührungsängsten. Um so mehr ist es erforderlich, schwerkranken Kindern und deren Angehörigen die notwendige Unterstützung zu geben und deren Interessen und Belange verstärkt zu vertreten –
in der Öffentlichkeit, in den Medien, bei den Kassen und Verbänden sowie bei den politischen Entscheidern.

Krankheit und Tod erfordern Würde, Besinnung und Friede. Sorgen um Finanzierung und Organisation dürfen Betroffene nicht zusätzlich belasten. Dies zu erreichen ist u.a. das Ziel der Bundesstiftung Kinderhospiz. Wir wollen durch finanzielle Hilfe, durch gezielte Lobby-Arbeit, aber auch durch die Förderung praxisnaher Forschungsarbeit, die Situation Betroffener erträglicher gestalten.

Viele Menschen haben sich engagiert, durch ehrenamtliche Mitarbeit und in Form von Spenden. Nicht zuletzt durch die Unterstützung des Bundespräsidenten, Dr. Horst Köhler, wurde so die Gründung der Bundesstiftung Kinderhospiz möglich.
Von Sabine Kraft, Geschäftsführerin Bundesverband Kinderhospiz e.V., Vorstand Bundesstiftung Kinderhospiz

Zehn Jahre Kinderhospize in Deutschland
Der erste ambulante Kinderhospizdienst entstand 1997 in Berlin, das erste stationäre Kinderhospiz in 1998 in Olpe. Heute gibt es acht stationäre Kinderhospize und etwa 45 ambulante Kinderhospizdienste in Deutschland. Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland mehr als 20 000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit lebensbegrenzenden Erkrankungen. Jährlich sterben rund 5500 Kinder an lebensbegrenzten Erkrankungen.

Kontakt
Geschäftsstelle
Bundesstiftung Kinderhospiz
Antoniterstrasse 13
79106 Freiburg

Tel: 0180 5 58 76 87
Fax: 0180 5 58 76 88
www.bundesstiftung-kinderhospiz.de
info@bundesstiftung-kinderhospiz.de


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